Gymnasium Seligenstadt

Bildung

Sanierung nach Maß

Bauen im Bestand gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bei der Kernsanierung des Gymnasiums in Seligenstadt standen ebenso hohe wie vielfältige Anforderungen an die Wände, aktuelle Brandschutzvorgaben sowie eine gute Akustik im Blickpunkt.
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Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Das ursprüngliche Gebäude des Gymnasiums in Seligenstadt stammt aus den 70er Jahren. Im Lauf der Zeit hat die intensive Nutzung unansehnliche Spuren hinterlassen. Dazu gab es zunehmend Probleme mit den geltenden Brandschutzvorschriften für innenliegende Räume. Schlechte Noten gab es auch für zu wenig Tageslicht, zu wenig Platz und unzureichende Akustik. Deshalb stand eine umfassende Kernsanierung auf dem Stundenplan. Einstweilen mussten die 1250 Schüler ein komplettes Schuljahr in 36 Schulraumcontainern auf dem benachbarten Sportplatz büffeln.

Das alte Gebäude wurde im ersten Schritt komplett entkernt. Von dem - in Stahlbetonskelett-Bauweise errichteten - „großen Klotz" blieb nur der Rohbau übrig. Im Rahmen der Sanierung hat man das Gebäude durch Brandabschnittswände strukturiert. Innen gliedern jetzt fünf Lichthöfe die freundlich, farbenfroh und funktionell gestaltete Schule. Dadurch lassen sich alle Räume natürlich ausleuchten und belüften. Im ehemaligen Fahrradkeller ist Platz für Klassen-, Arbeits- und Medienräume entstanden. Ein Anbau bietet ebenfalls Raum für zusätzliche Klassen.

Hohe Klassenziele für die Wände

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Die Anforderungen an die Wandkonstruktionen waren ebenso hoch wie vielfältig: Sie mussten robust sein, den Schallschutz sicherstellen, in Teilbereichen der Feuchtigkeit trotzen und einen Brandschutz von bis zu F90 gewährleisten. All das kann LaPlura, die Mehrzweck-Gipsplatte von Siniat.

„LaPlura schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe", Werner Huber, Leiter Anwendungstechnik und Entwicklung bei der Siniat GmbH erläutert: „Ein Vorteil ist die außerordentliche Härte und Stoßfestigkeit. Mit ihrer extrem harten Oberfläche (Brinell-Härte ≥ 35 N/mm2) wird die Hartgipsplatte der starken Beanspruchung gerecht und kann Stoßbelastungen standhalten - beispielsweise wenn Stühle unsanft an die Wand stoßen. Zweiter Pluspunkt: Auf Grund des hohen Plattengewichts und der Biegeweichheit im akustischen Sinn lassen sich bereits mit zwei Lagen Schallschutzwerte von bis zu 60 dB erzielen. Das übertrifft sogar den hier vorgegebenen Wert von 57 dB". Wichtig war auch der Feuchteschutz im Bereich der Lichthöfe: Hier kommen die Platten teilweise sogar mit dem Außenbereich in Berührung. Elementar also, dass LaPlura maximale Sicherheit gegen Durchfeuchtung bietet: Eine Kernimprägnierung reduziert die Wasseraufnahme auf < 5%. Damit entspricht die Platte dem Typ H1, der anspruchsvollsten von drei Klassen gemäß DIN EN 520. Aus diesem Grund kam LaPlura auch in den Nasszellen und Laborräumen zum Einsatz. Hier gewährleistet doppellagige Beplankung darüber hinaus einen Brandschutz von F90.
Für das Ausbauunternehmen Planotec (Tüßling) haben die vielfältigen Produktvorteile die Baustellenlogistik erheblich erleichtert: „An Stelle unterschiedlicher Plattentypen für Schallschutz, Brandschutz etc. brauchten wir nur LaPlura zu lagern. Das ist natürlich viel einfacher, weil man nicht darauf achten muss, was wohin gehört", erklärt Werner Krenner. „Bei der Verarbeitung kam es insbesondere darauf an, die Anschlüsse sauber abzudichten, um eine Schallübertragung zu verhindern".

Maßgeschneiderte Deckenkonstruktion verbindet Brandschutz und maximale Raumhöhe

Hauptschule Sundern Sanierung
Hauptschule Sundern Sanierung
Beim Brandschutz lag die Herausforderung darin, den vorhandenen Rohbau mit dem neu zu integrierenden Trockenbau in Einklang zu bringen. Generalunternehmer, Ausbauunternehmen und Plattenhersteller haben dazu intensiv im Team zusammengearbeitet.

Eine besondere Hürde stellte die brandschutztechnische Ertüchtigung der bestehenden Stahlbeton-Kassettendecke (Bauart III) dar. Um sicherzustellen, dass der Stahl der Zugbewehrung relativ kalt bleibt, (um eine Durchbiegung der Stahlbetondecke zu begrenzen) ist eine Betonüberdeckung notwendig. Da diese hier fehlte, hätte eine um 80 mm abgehängte Deckenkonstruktion mit einer Beplankung aus einer 15 mm LaFlamm (GKF) nach DIN 4102-4 brandschutztechnisch ausgereicht. Die Anforderung an die Feuerbeständigkeit (F 90-A gemäß LBO Hessen) galt es jedoch bei möglichst geringem Verlust an Raumhöhe zu erfüllen. „Auf diese 80 mm konnten wir definitiv nicht verzichten, weil wir sonst die gesetzlich vorgeschriebene Raumhöhe unterschritten hätten", bringt Werner Huber das Problem auf den Punkt. „Wir haben deshalb sowohl die Unterkonstruktion als auch die Beplankung verändert und die Trockenbaudecke unmittelbar am Rohbau angeschlossen: Entstanden ist eine direkt an den Stahlbeton-Rippen befestigte Profilkonstruktion mit einer einlagigen Beplankung aus 20 mm LaMassiv Feuerschutzplatten. Für diese Konstruktion mussten wir eigens ein Gutachten erstellen lassen, weil Stahlbetondecke und Verkleidung brandschutztechnisch eine Einheit bilden." Die Begutachtung erfolgte durch das Institut für Baustoffe Massivbau und Brandschutz (IBMB) der Technischen Universität Braunschweig.

Hans-Dieter Lange von der Züblin AG resümiert: „Hier war eine individuelle Lösung gefragt. Bei der Entwicklung und Genehmigung der Deckenkonstruktion haben uns die Erfahrungen von Siniat sehr geholfen." Das Ausbauunternehmen Planotec musste bei der Umsetzung vor allem die exakte Einhaltung Ständerabstände beachten.

Ausgewogene Akustik statt ohrenbetäubeder Lärm

Gymnasium Seligenstadt Außenansicht
Gymnasium Seligenstadt Außenansicht
Gerade im Foyer und in den Fluren galt es, eine gute Raumakustik zu gewährleisten - denn bis zu 1250 Schüler verursachen extremen Lärm. Durch die Umgebungsflächen entsteht daraus Hall. Für einen angenehmen Aufenthalt ist es entscheidend, diesen nachhaltig zu absorbieren. Dazu reichen der geschlossene Fußboden und die glatten Wände nicht aus. Von daher spielt die Deckengestaltung eine entscheidende Rolle. Die Absorption des Schalls, bzw. die Minimierung der Nachhallzeiten, erfolgt hier über fugenlose LaCoustic Akustik-Design Decken von Siniat. Ein rückseitig auf die Lochplatten aufkaschiertes Akustikvlies dämpft die Geräusche, indem es Schallenergie aufnimmt.

Die facettenreichen Decken prägt eine Kombination aus geschlossenen Rändern und gelochten Zonen in der Raummitte. Stufenweise Versprünge variieren die Gestaltung. Die runde Streulochung steht im interessanten Kontrast zu quadratischen Lampen und Lichthöfen. Der Lochflächenanteil ist mit 10 % relativ hoch. Als Faustregel gilt: je höher der Lochflächenanteil, desto höher die Schallabsorption. Generell ist bei der Akustikplanung zu berücksichtigen, dass zu viel Absorption - oder absorbierende Flächen an den falschen Stellen - gegenteilig wirken: Die Sprachverständlichkeit ist in „überdämmten" Räumen deutlich herabgesetzt.

Beim Verspachteln war besondere Sorgfalt gefragt, denn Streiflicht und intensive Beleuchtung bedeuten erhöhte Anforderungen. Die Oberflächenqualität entspricht deshalb Q3.

Und welche Note geben die Schüler der Sanierung? „Die neuen Räumlichkeiten kommen sehr gut an!" weiß Architekt Karawassilis. Trotz heller Klassenräume mit guter Akustik wird der neue Mittel- und Treffpunkt der Einhardschule - die poppig gestaltete Halle mit Bistro – allerdings klar am besten beurteilt.

Persönliche Beratung

Unsere Experten an der technischen Hotline unterstützen Sie gern bei Ihrem Trockenbau-Projekt!

Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

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