VIP Lounge Flughafen München

Verkehr

VIP WING, Flughafen München

Berg- und Talfahrt der Deckenlamellen

Optisch spiegeln die gewellten Lamellendecken in der neuen VIP Lounge des Münchner Flughafens die bergige, bayerische Landschaft wider. Technisch handelt es sich um knapp 200 in Einzelfertigung hergestellte Lamellen, die an einer verschiebbaren Unterkonstruktion befestigt sind.
Bericht als PDF herunterladen >

Modernes Ambiente mit bayrischem Flair

Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Bayern steht für die gekonnte Verbindung von Fortschritt und Tradition – als besondere Iden-tität eines Landes, das von Bergen und Tälern geprägt ist. Die neue VIP-WING Lounge im Südflügel des Terminals 1 am Flughafen Mün-chen ist eine architektonisch zeitgemäße Um-setzung der bayerischen Identität. Sie ist sinn-lich erlebbar: haptisch – in Form heimischer Hölzer, breiter Eichendielen und typischer Materialien wie Loden, Filz und Leder; visuell – mit größtmöglichem Tageslichteinfall und gezielten Blicken auf den berühmten weiß-blauen Himmel. Der Raumeindruck vermittelt ein Gefühl der alpinen Bergwelt: Fallende und ansteigende Raumschluchten in Verbindung mit Lichteffekten bestimmen die Raumwahr-nehmung. Entstanden ist ein Stück Ruhe und Gelassenheit im turbulenten Arbeitsalltag, eine Arbeitsoase mit modernster Technik, exklusiver Ausstattung, internationalem Flair und bayerischen Akzenten.

Seit Juni 2011 stehen den Gästen auf 1.200 Quadratmetern unter anderem vier separat nutzbare Suiten zur Verfügung. Die individuell eingerichteten Suiten unterscheiden sich so-wohl durch ihr Design als auch hinsichtlich ihrer Funktion: „Schloss Linderhof“ verfügt über ein eigenes Bad, „Schloss Neuschwan-stein“ über einen Ess- und Konferenztisch und „Schloss Nymphenburg“ über einen eigenen Schlafbereich. In „Schloss Schleißheim“ kann man Konferenzen mit bis zu zehn Teilnehmern abhalten. Das neue Lounge-Angebot steht zahlenden Gästen, unabhängig von Fluggesell-schaft und Buchungsklasse, offen.

Verschiebbare Unterkonstruktion

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Ursprünglich war auch im Bereich der Lounges eine geschlossene Decke vorgesehen. Da aber eine Vielzahl an Revisionsklappen (Sprinkler etc.) vorgeschrieben ist, hätte diese Lösung optisch nicht überzeugt. Deshalb entschloss sich Architektin Tina Assmann für eine offene Deckenkonstruktion. Gestalterisch greifen die Deckenlamellen die landestypische Berg- und Hügellandschaft auf. Konstruktiv war eine wesentliche Voraussetzung, dass die Lamellen verschiebbar sind – um den Zugang zu den zahlreichen Installationen sicherzustellen. Dies gewährleistet eine ausgeklügelte Unterkonstruktion: Diese Sonderanfertigung ist statisch so ausgelegt, dass sie sich jeweils über maximal vier Lamellen verschieben lässt. Dazu ist die Abhängekonstruktion zunächst mit je einem Einhängehaken am innenliegenden Holzkern einer jeden Deckenlamelle befestigt. Zusätzlich ist die Abhängung in einem durchlaufenden und vorgestanztem Einhängeprofil (Feinrost) arretiert.

Die mit der Ausführung betraute Lindner AG hatte bereits Erfahrungen mit Metall-Lamellen gesammelt. Eingehängte Gips-Lamellen waren für sie ebenso Neuland, wie für den Hersteller Siniat.
VIP Lounge Flughafen München

Knapp 200 verschiedene Lamellen

VIP Lounge Flughafen München
Die wesentliche Herausforderung dieses Projekts lag darin, dass jede Lamelle ein Unikat ist – und es immerhin fast 200 davon gibt: Alle vier Suiten sind mit Lamellen-Decken ausgestattet. Allerdings ist jede Suite unterschiedlich groß. Um die facettenreiche Bergwelt widerzuspiegeln, sind die Ausprägungen der Lamellen zudem in jedem Raum unterschiedlich stark.

Man vermag sich vorzustellen, dass dies eine intensive und kontinuierliche Abstimmung zwischen Architekt, ausführendem Unternehmen und Hersteller erfordert – nicht zuletzt, um die Grenzen des Machbaren auszuloten. Gerade für den Innenausbauer war die dezidierte Montage- und Werkplanung ein wesentlicher Projekt-Schwerpunkt.

Für Siniat galt es zunächst, die Vorgaben des Architekten bzw. Verarbeiters in Bezug auf Maße, Verlauf und Krümmung in Produktionszeichnungen für 181 Lamellen umzusetzen und 366 Teillamellen in Einzelfertigung herzustellen. Insgesamt wurden 1830 gekennzeichnete Einzelzuschnitte hergestellt und zusammenmontiert. „Diese Vielzahl ähnlicher Elemente erfordert sehr genaues Arbeiten. Da kann man ganz schnell mal was verwechseln“, kommentiert Michael Schlicher, Fertigungsleiter im Siniat Werk Hartershofen.
VIP Lounge Flughafen München
VIP Lounge Flughafen München
Die Lamellen selbst sind 50 mm stark. Den Kern bildet eine Mehrschicht-Hartholzplatte. Diese dient als Tragkonstruktion, um später bauseitig die Aufhängung aufzunehmen. Rechts und links ist der Holzkern jeweils mit einem 12,5 mm starken Gipsriegel aus LaDeko überzogen. Die Lamellen sind oben (Obergurt) gerade, unten (Untergurt) sind sie gebogen. Um ein optimales Handling zu gewährleisten, lagen das Maximalgewicht bei 40 kg und die maximale Länge bei 2500 mm. Die meisten Lamellen überschreiten jedoch diese Maße: Deshalb hat Siniat ein Nut-Federsystems aus einer Öffnung sowie einem Verbindungsstück integriert. Damit lassen sich die Stöße mehrteiliger Lamellen vor Ort problemlos zusammenschieben.

Jedem Einzel-Teil ist eine Nummer zugeordnet, die sich parallel im Verlegeplan wiederfindet. Dadurch ist jedes Element vor Ort eindeutig zuordnen.
VIP Lounge Flughafen München
VIP Lounge Flughafen München
Die Oberflächenqualität der Gipsriegel entspricht bereits der geforderten Qualitätsstufe Q3. Auf diese Weise brauchte man vor dem Überstreichen nur noch die Stöße der Lamellen zu verspachteln – ein vollflächiges Abziehen der Restoberfläche bis zum Porenverschluss war dank des Einsatzes der Q3-Platte LaDeko nicht notwendig. Der Spachtelaufwand konnte somit reduziert werden.

CNC-gesteuerte, werkseitige Vorfertigung war hier nach Einschätzung aller Beteiligten unverzichtbar, um die notwendige bzw. geforderte Exaktheit zu gewährleisten. Dazu kam der enge Zeitrahmen in der Ausbauphase: Zunächst galt es, die alte Haustechnik zurückzubauen und zahlreiche neue Komponenten zu installieren. Um den Innenausbau in der verbleibenden Zeitspanne von gut einem Vierteljahr zu realisieren, waren lange Abende und teilweise auch Wochenendarbeit gefordert.

In den Wandbereichen kamen darüber hinaus Formteile zum Einsatz, um die Formenvielfalt der Architektur – mit schräg verlaufenden Wänden und abgerundeten Ausschnitten präzise umzusetzen.

Persönliche Beratung

Unsere Experten an der technischen Hotline unterstützen Sie gern bei Ihrem Trockenbau-Projekt!

Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

Finden Sie den richtigen Ansprechpartner >