Einkaufszentrum LOOP 5 Weiterstadt, Teil 3

Einkaufen

Die dritte Dimension

Licht, Luxus, Loop5

Emotionale Einkaufswelt mit effektvollen Details: Der dritte Teil unserer Reportage über das LOOP5 steht ganz im Zeichen dreidimensional gebogener Formteile und gibt Einblicke in die Logistik eines Großprojekts.

Luxuriöse Sanitärbereiche

Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Sonae Sierra hat das LOOP5 in Weiterstadt als Einkaufscenter unter dem Motto „Luftfahrt“ konzipiert. Für den Betreiber und Investor sind die Sanitärbereiche wichtige Bestandteile eines Einkaufszentrums, die den Kunden den gleichen Komfort bieten sollen, wie die Mall selbst. Die kuppelartige Deckengestaltung in den WC-Vorräumen folgt der gebogenen Geometrie des Raumes und verstärkt diese. Den Architekten war es wichtig, dass sich auch in den Sanitärbereichen die Gestaltungsidee des gesamten Centers – Aviation – widerspiegelt. So greift die runde Deckenvoute die Wölbung eines Flugzeuginnenraums auf.

Umgesetzt sind die Deckenvouten mit glasfaserverstärkten Formteilen LaArt von Siniat. Die Glasfaserverstärkung ermöglicht eine dreidimensionale Formgebung. Dazu wird zunächst eine Negativform hergestellt. Hierin entstehen die Elemente aus gipsdurchtränkten Glasfasern. Es gibt keine Beschränkungen in der Form: Runde oder elliptische Grundrisse lassen sich mit jedem beliebigen Durchmesser herstellen. Das Flächengewicht der Teile ist mit ca. 7-10 kg/m² außergewöhnlich niedrig. Das erlaubt, sehr große Segmente herzustellen: Möglich sind bis zu 4 qm. Die Teile hier waren maximal 2,5 m lang, um die Transportfähigkeit zu gewährleisten.

„LaArt erscheint zunächst sehr glatt und filigran. Man gewöhnt sich aber schnell an das Material. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, unterstützt Siniat die ausführenden Unternehmen und berät sie vor Ort. So können wir ganz konkret auf die Bedürfnisse des jeweiligen Projekts eingehen. Ein Schwerpunkt ist der Umgang mit den besonderen Materialeigenschaften“, erläutert Jörg Kletzien, Objektkoordinator bei der Siniat GmbH, Oberursel.
Die Waschtische sind dem Inneren eines modernen
Passagierflugzeugs nachempfunden; der Kunde blickt
scheinbar aus Flugzeugfenstern in sein Spiegelbild.

Himmelsgleiche Kuppeln

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Die runden Foyers vor den Zugängen zu den Toilettenbereichen dienen als Wartezonen, über denen sich Kuppeln himmelsgleich wölben und so den Räumen eine großzügige Dimension verleihen. Durch die helle indirekte Beleuchtung akzentuieren die Kuppeln die grafische Gestaltung der Wände.

Die beiden Kuppeln haben einen Durchmesser von 5,50 Meter und sind 1,20 Meter hoch. Sie bestehen jeweils aus 13 dreidimensional geformten LaArt Teilen. Diese Elemente braucht man lediglich an der werkseitig integrierten Unterkonstruktionen abzuhängen – wodurch der Montageaufwand sehr gering ist. Das Einmessen erfolgt über die Eckpunkte. Da man nur die Stöße der Segmente verspachteln muss, ist der Spachtelaufwand ebenfalls minimal – denn die Flächen besitzen bereits werksseitig eine hohe Oberflächenqualität und eignen sich für Oberflächengüten von Q3 bis Q4. Wichtig bei Formteilen aus LaArt ist eine millimetergenaue Vorfertigung, da man sie vor Ort nur geringfügig variieren kann.
Einkaufszentrum LOOP 5 Weiterstadt

Lichtteller als Highlights

Einkaufszentrum LOOP 5 Weiterstadt
Sämtliche Deckenelemente in der Mall spielen mit dem Motto „Luftfahrt“ und nehmen Bezug auf die fließenden Formen von Flugzeugen und ihre eleganten Flugbahnen. Die tellerförmigen Elemente setzen durch die indirekte Beleuchtung Highlights in der Decke und orientieren sich in ihrer Form an den großen elliptischen Kuppeln.

Die elliptischen Teller haben einen Durchmesser von 1,50 m bzw. 2,50 m. Auf Grund der schrägen Aufkantung für die Lichtvoute und der großen Auskragung von 550 mm sind sie in LaArt ausgeführt. Siniat hat Metallschienen zur Aussteifung einlaminiert, um ein Durchbiegen zu verhindern. Die elliptischen Deckenelemente sind ein Paradebeispiel für maximale Effekte bei minimalem Montageaufwand: Da sie lediglich aus zwei Komponenten bestehen, sind sie in kürzester Zeit montiert. Verspachteln braucht man sie lediglich an den Stoßstellen. Durch die Herstellung in Negativformen ist garantiert, dass die 34 Teller absolut identische Qualität besitzen.

Prioritäten bei der Realisierung

Einkaufszentrum LOOP 5 Weiterstadt
Einkaufszentrum LOOP 5 Weiterstadt
Für Sonae Sierra hatte bei der Realisierung der architektonischen Elemente die kontinuierliche Begleitung durch das Architektenteam oberste Priorität. Das Sierra Design Department unter der Leitung von José Quintela hat gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro HPP den Prozess vom Konzept bis zur Fertigstellung durchgehend betreut und überwacht. Dies war die Basis für die erfolgreiche Umsetzung des anspruchsvollen Innenausbaukonzepts. Die besondere Geometrie der Elemente erforderte eine exakte Anfertigung und Einbringung der Formteile. Aufgrund der späteren indirekten Beleuchtung der Kuppeln war es erforderlich, sehr glatte und ebene Oberflächen zu schaffen, da Unebenheiten zu Schatten geführt hätten.

Logistische Herausforderung

Bei einem Großprojekt mit gigantischen 105.000 qm Bruttogeschoßfläche trägt eine ausgefeilte Logistik entscheidend zum Gelingen bei. Um die Teile so nah wie möglich am Ort der Endmontage anliefern und lagern zu können, musste dezidiert erkennbar sein, was wohin gehört: Zur klaren Standortdefinition hat der Formteilproduzent Siniat beispielsweise auf jeder Palette den Bereich (Food Court, Boulevard etc.) und das Geschoss aufgeführt. Eine zusätzliche Bereichsübersicht mit Markierung des Teilbereichs und des architektonischen Elements hat außerdem viele unnötige Wege vermieden.

Eine sorgfältige Abstimmung zwischen Hersteller und Verarbeiter war auch im Sinn exakter Terminplanung erforderlich: „Gut ein halbes Jahr lang haben wir Wochenpläne erstellt, was wann fertig wird, mitunter sogar Tagespläne“, berichtet Michael Schlicher von der Siniat GmbH. Anlieferung und Montage erfolgten grundsätzlich in Abstimmung mit dem beauftragten Unternehmen für Baustellenlogistik: Handwerker und LKWs erhielten genaue Vorgaben bezüglich Datum, Uhrzeit und notwendiger Hilfsmittel, wie 35 m Kräne. Unangemeldet kam niemand auf die Baustelle. Lagerflächen standen sowohl im Einkaufszentrum als auch im angrenzenden Parkhaus zur Verfügung.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Siniat und Lindner war geprägt durch hohe Disziplin – in Bezug auf enge Terminabstimmung, frühzeitige Bestellung und Anmeldung der Lieferungen. Dies war die Grundvoraussetzung für reibungslose Abläufe auf der Baustelle.

Persönliche Beratung

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Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

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