Alstertal Einkaufszentrum Hamburg

Einkaufen

Erweiterungsbau mit Formteilen aus LaArt

Knapp 300 Laufmeter Brüstungselemente - zum Teil zweifach gebogen – sowie hohe Ansprüche an Oberflächenbeschaffenheit und - qualität erforderten den Einsatz glasfaserverstärkter Formteile LaArt von Siniat. Beim Erweiterungsbau des Alstertal-Einkaufszentrums hat die Schmid GmbH die extrem weit vorgefertigten Elemente erstmals genutzt. Unsere Reportage erläutert, warum diese Lösung den Trockenbauer überzeugt hat.
Bericht als PDF herunterladen >

Shopping de luxe

Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Eines der ersten und bekanntesten deutschen Shopping-Center, das 35 Jahre alte Alstertal- Einkaufszentrum (AEZ) im Norden Hamburgs, hat seine bislang tiefgreifendste Modernisierungsmaßnahme erfahren. Im Herbst 2006 wurde ein hochwertiger Erweiterungsbau eröffnet. Die neue Shopping-Galerie bietet auf drei edel gestalteten Flanierebenen Raum für 80 namhafte Fachgeschäfte. Das um 17.000 qm vergrößerte AEZ verfügt jetzt als größtes Center Norddeutschlands über ca. 59.000 qm Verkaufsfläche. Die insgesamt 240 Geschäfte überzeugen durch eine Mischung aus nationalen / internationalen Filialisten und regionalen Facheinzelhändlern. Rund 125 Mio. Euro hat die Betreibergesellschaft ECE in die exklusive Umgestaltung ihres Flaggschiffs investiert.

Elegante weiche Formen

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Maßstäbe setzt das AEZ auch bei der architektonischen Gestaltung. Ein neues Eingangsportal und die Glas-Natursteinfassade des Erweiterungsbaus verleihen dem Einkaufszentrum ein völlig neues, modernes Gesicht - effektvoll in Szene gesetzt durch die künstlerische Illumination von Fassade und Außenbereichen. Innen dominiert heller Naturstein kombiniert mit dunklem Holz und Edelstahl. Lounges, Pflanzen und Brunnen mit Licht- und Wasserspielen schaffen Wohlfühlatmosphäre. Glasdächer über den beiden Rotunden und ein 75m langes, halbrundes Glasdach über der rund 10m breiten und 120m langen Ladenstraße sogen für viel Licht und Transparenz. Den weiten Raum über drei Verkaufsetagen gliedern Brüstungen an den 7m (1.OG) bzw. 5m (EG) breiten Lichthöfen sowie an den angrenzenden Rotunden. „Die eleganten, weichen Formen der gebogenen Brüstungsabstufungen sind Gliederung und Blickfang zugleich. Der Deckenausschnitt weitet sich nach unten, um die Blickbeziehungen zwischen den Geschossen zu verbessern" erläutert ECEArchitektin Hanna Weinzierl die Formgebung.
Alstertal Einkaufszentrum Hamburg

Vorab 1:1 Muster gefertigt

Alstertal Einkaufszentrum Hamburg
Vor Baubeginn hat die ECE das Trockenbauunternehmen Schmid GmbH aus Simmerberg/Allgäu mit der Anfertigung eines 1:1 Musters eines Achsbereiches beauftragt. Der Bauherr wollte sich damit vorab ein Bild von der Oberflächenbeschaffenheit machen - insbesondere von den Übergängen von der Rotunde zur Mall bzw. zum Shopbereich sowie deren Farboberflächen. Erstellt hat die Schmid GmbH das Muster manuell aus Gipskartonplatten mit vorgefertigten Elementen. „Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir so an unsere Grenzen stoßen: Die Fugen waren zu breit, der Aufwand beim Ausspachteln zu hoch und die Oberflächenbeschaffenheit ungenügend. Vor allem war der Zeitaufwand viel zu groß“, schildert Tino Saalbach, Projektleiter des Trockenbauunternehmens. Gefordert war also eine Lösung, um die Qualität nachhaltig zu verbessern und den Zeitaufwand bei der Montage drastisch zu verkürzen: extrem stark vorgefertigte Elemente. Auf Grund der anspruchsvollen Vorgaben (teilweise dreidimensionale Formgebung, scharfkantige glatte Oberfläche (Sonderverspachtelung Q3 (gem. Merkblatt 2 der Industriegruppe Gips „Verspachtelung von Gipsplatten - Oberflächengüten"), Baustoffklasse A1) fiel die Wahl auf vorgefertigte glasfaserverstärkte Gipsformteile LaArt von Siniat.

Formenbau für höchstmögliche Vorfertigung

Der Einsatz dieser im Formenbau erstellten Elemente war für das Trockenbauunternehmen eine Premiere. „LaArt ist eine Laminiertechnik aus Glasfasergewebe und Gips", erläutert Andreas Wiek, Technischer Berater bei Siniat, das Prinzip. „Zunächst fertigen wir eine Negativform, um die Elemente aus gipsdurchtränkten Glasfasern zu gießen. Dabei gibt es keinerlei Beschränkungen in Form und Größe." Durch den Formenbau ist bei wiederkehrenden Elementen eine absolut identische und exakte Qualität garantiert. Das Flächengewicht liegt mit ca. 7kg/qm außergewöhnlich niedrig. Daher ist es möglich, sehr große Elemente herzustellen. Sogar die Unterkonstruktion ist in die Elemente integriert. Die Oberflächen entsprechen bereits werkseitig der Qualitätsstufe Q4, d. h. es handelt sich um eine nahezu makellose Fläche ohne Ansätze oder Fugenabzeichnungen, die einer gleichmäßigen Ausleuchtung standhält.

Minimaler Montageaufwand

Alstertal Einkaufszentrum Hamburg
Alstertal Einkaufszentrum Hamburg
Die abgestuften Elemente für den Deckenausschnitt sind im AEZ 1,30 m hoch und 1,70 m lang. Das sonst übliche Erstellen einer Unterkonstruktion entfällt komplett. Bereits bei der Herstellung eines Elements werden parallel zwei Metallschienen zur Abhängung in die Gipsfasern eingelassen. Um diese an der Rohdecke zu befestigen, genügen zwei Abhängepunkte zur abgehängten Decke. Durch die Schienen kann man die Abhängepunkte flexibel wählen. Timo Saalbach stellt fest: „Gipskartonelemente und glasfaserverstärkte Formteile – das sind zwei Welten. Für mich war kaum vorstellbar, wie gering gerade der Aufwand für Unterkonstruktion und Abhängung ist."

Ursprünglich war eine Materialstärke von 2 x 12,5 mm GK vorgesehen. Durch die extreme Festigkeit des Formengipses genügten schon 1 x 10 mm. Dadurch ließ sich enorm an Gewicht einsparen, was die Montage – im wahrsten Sinne des Wortes – erleichterte. Noch vorteilhafter wirkte sich das dünne Material bei der geforderten scharfkantig glatten Oberfläche aus. Insbesondere die Ecken hätte man mit Gipskarton nicht so präzise und sauber ausführen können. Der Formenbau ermöglicht, Ecken aus zwei kompletten Formteilen vorzufertigen. Statt stundenlanger Feinarbeit braucht man nur die Eckelemente miteinander verschrauben und an drei Abhängepunkten befestigen.

Auf Grund der Gesamtlänge des Gebäudes hat man alle 10 Meter eine Dehnungsfuge ausgebildet. Diese hinterlegte Fuge muss der Kontur des LaArt Elements folgen. Auch sie war bereits werkseitig in das Element integriert.

Die LaArt Elemente sind an den Stößen exakt aufeinander abgestimmt. Dadurch sind die Fugen schmaler und die Höhentoleranzen geringer als bei Gipskarton. Fugen und Befestigungsmittel lassen sich schnell und einfach verspachteln. Da die Oberflächen bereits der Qualitätsstufe Q4 entsprechen, war der Spachtelaufwand trotz intensiver Beleuchtung durch Lichtdach und Strahler insgesamt äußerst gering.

Zweifach gebogene Rotunden-Brüstung

Außer den Brüstungen der Mall galt es, die identisch aufgebauten Brüstungen der beiden Rotunden mit jeweils 14m Durchmesser zu realisieren. Diese nehmen die Rundung der Mall-Elemente auf. Aufgrund der Rotunde sind sie jedoch über beide Achsen gebogen. Biegungen dieser Art sind mit Gipskarton rein konstruktiv nur eingeschränkt möglich. Für solche dreidimensionalen Formen, kombiniert mit der Oberflächengüte Q4, ist der Formenbau mit glasfaserverstärkten LaArt Elementen optimal.
Eine besondere Herausforderung stellte der Übergang von der Rolltreppe in das zunächst konvex gebogene Brüstungselement und die anschließenden konkaven Elemente der Rotunde dar. Durch den Einsatz glasfaserverstärkter Formteile und den damit verbundenen hohen Verfertigungsgrad, ließ sich die gewünschte Formgebung, insbesondere bei der ansonsten sehr schwierigen Eckausbildung, mühelos realisieren.

Tino Saalbachs Fazit nach 9 Monaten Ausbauzeit: „Die im Verhältnis hohen Materialkosten konnten wir bei der Montage klar wieder einsparen. Meine Erfahrung mit den extrem weit vorgefertigten glasfaserverstärkten Formteilen von Siniat war sehr positiv. Das hat wunderbar funktioniert."

Persönliche Beratung

Unsere Experten an der technischen Hotline unterstützen Sie gern bei Ihrem Trockenbau-Projekt!

Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

Finden Sie den richtigen Ansprechpartner >