Playmobil FunPark Zirndorf

Freizeit und Restaurants

Formschön verkleidete Funktionen

Das neue HOB-Center macht den Playmobil-FunPark von der Witterung unabhängig. In dem futuristischen Glashaus hat der Trockenbau besondere Bedeutung. Haustechnische Installationen sind in Decken und Galerien integriert. Fließende Formen, gefertigt aus Formteilen, verleihen massiven Bereichen Leichtigkeit und verbessern die Akustik.
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Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Aktiv sein inmitten überdimensionaler Playmobil-Spielwelten lautet die Devise im 90.000 qm großen Playmobil-FunPark im fränkischen Zirndorf. Damit dieses ungewöhnliche Spielparadies ganzjährig und witterungsunabhängig genutzt werden kann, hat im Herbst 2005 das 5.000 qm große, spektakuläre Erlebnishaus HOB-Center eröffnet. („HOB" ist das Kürzel von gebora Brandstätter Alleininhaber Horst Brandstätter.) Hier können Kinder in riesigen Playmobil-Kulissen spielen, Geburtstage feiern und Veranstaltungen erleben. Eindrucksvoll sind die Gebäudemaße: ca. 13.000 qm Geschossfläche, ca. 90 m Maximalbreite, ca. 68 m Tiefe und 26 m Höhe. Rund sechsmal würde das Brandenburger Tor in dem futuristisch anmutenden Gebäude Platz finden. Die Anlage gliedert sich fächerförmig nach Westen. Diese Öffnung zum FunPark-Außenbereich war ein wesentliches Gestaltungskriterium: Es sollte kein „klassisches" Gebäude neben dem Park entstehen, sondern eine "Hülle" mit ganz viel Tageslicht und möglichst fließendem Übergang. Verbindende Elemente bilden der integrierte, überdachte Klettergarten und der angrenzende Wirtsgarten.

Versetzte Formteile verbessern Akustik

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Im komplett verglasten HOB-Center hat der Trockenbau besondere Bedeutung für die Akustik. Es galt, alle nicht aus Glas bestehenden Flächen zu nutzen, um Schallabsorption und Nachhallzeiten zu verringern. Die Decken stellten die Architekten vor den Spagat zwischen akustischen und funktionalen Anforderungen auf der einen und dem Wunsch nach ansprechender Gestaltung auf der anderen Seite. Sie allein boten genügend Raum, um alle Heizungs-, Klima- und Lüftungskomponenten aufzunehmen. Die Klimatisierung bzw. Heizung erfolgt über eine Betonkerntemperierung: Mittig in die Decken integrierte Rohre sorgen für eine konstante Raumtemperatur von etwa 22°. Dadurch sind die Decken relativ stark ausgeprägt. „Aber gerade Spiellandschaften erfordern leichte, fließende, freie Formen" betont Projektleiterin Ruxandra Twardowsky vom Architekturbüro Spengler in Nürnberg. Mit Hilfe von Formteilen aus Gipskarton ließen sich beide Anforderungen erfüllen: Optisch nehmen die abgestuften Elemente den Druck raus. Dadurch wirken gerade die Stirnseiten weniger massiv. Bögen und Wellen mit unterschiedlichen Radien verstärken diesen Effekt. Die Beleuchtung lässt sich dimmen und ermöglicht facettenreiche Farbeffekte. Das betont die Formen und nimmt zusätzlich die Schwere. Akustisch entstehen durch die abgehängten und abgestuften Elemente Höhenunterschiede. Dadurch wird der Schall unterschiedlich reflektiert und die Nachhallzeiten reduziert.
Playmobil FunPark Zirndorf

Koordinaten und Rasterpunkte zur Orientierung

Playmobil FunPark Zirndorf
Die größte Herausforderung bei der Realisierung lag in der exakten Planung und Platzierung der Trockenbau-Elemente: Die Kreise, Bögen und Wellen befinden sich teilweise frei im Raum. Mitunter haben die Radien eine Dimension, die sich optisch kaum wahrnehmen und vor allem kaum einmessen lässt. Wo genau gehört welches Teil hin? Welche exakten Maße hat es? Beantworten ließen sich diese Fragen nur mit Hilfe eines Vermessungsbüros. Das hat die Architektenentwürfe eingearbeitet und den Grundriss in Koordinaten aufgeteilt. Die Vermessungsspezialisten haben ein Raster entwickelt und Koordinaten im Abstand von 30 cm berechnet. Orientierungspunkte wurden am Boden eingemessen und anschließend auf die Decke übertragen. Die Detailplanung lief parallel zur Bauphase. Die Bauabschnitte wurden Ebene für Ebene freigegeben. Das Innenausbauunternehmen Lindner AG und der Formteilhersteller Siniat GmbH haben deshalb eng zusammengearbeitet und Detailpläne gemeinsam erstellt und abgestimmt.

Bis zu 28 verschiedene Radien

Playmobil FunPark Zirndorf
Playmobil FunPark Zirndorf
Einzelne Bereiche sind besonders facettenreich: Auf der Rückseite erstrecken sich auf drei Ebenen Galerien mit umlaufenden abgetreppten Lichtvouten. Diese gestalten sich auf allen Etagen unterschiedlich. Die Leuchtkörper befinden sich hinter einer Plexiglasabdeckung. Allein die S-förmige Lichtvoute hat mehr als 20 Radien, die teilweise 100 Meter überschreiten. Die Formteile für die Brüstungsverkleidung (aus LaForm vom Siniat) sind dagegen nur 2 m bis 2,50 m lang. Unterhalb der Balkone befindet sich im Erdgeschoss ein Gastronomiebereich. Diesen kennzeichnen abgehangene Deckenkreise und fließende Rundungen. Jede Rundung hat einen anderen Radius, insgesamt gibt es 28. Auch das Treppenauge erforderte mit vier geschwungenen, nicht parallelen Abstufungen eine absolut präzise Vorfertigung. „Wichtig war, exakte Montagehinweise zu geben. Die Einzelteile haben wir besonders sorgfältig gekennzeichnet und nummeriert, damit sie später exakt zusammenpassen", erläutert Siniat Fachberater Matthias Lange. „Auf Grund der engen Termine sind die Elemente so weit wie möglich vorgefertigt. Beispielsweise bei den Leuchtbändern haben wir die Nuten gleich mit eingefräst". Für die Formteile blieb eine Bearbeitungszeit von nur 3 - 4 Tagen. Es galt „just in time", auch nach Schließung des Parks zu liefern. Das HOB-Center ist bei laufendem Betrieb im Playmobil-FunPark entstanden. Für die Monteure bedeutete das mitunter Nachtarbeit.

Aus drei mach eins

Playmobil FunPark Zirndorf Cafe
Playmobil FunPark Zirndorf Cafe
Bei der Montage kam es darauf an, die vorgefertigten Elemente richtig zu platzieren und zusammenzufügen. Aus fertigungstechnischen Gründen bestehen diese meist aus drei Einzelteilen. „Wir haben die Unterkonstruktion ganz präzise ausgerichtet, um die Verbindung zwischen den Teilen sicherzustellen", erklärt Horst Grischek, Projektleiter der Lindner AG. „Dazu haben wir Abhänger mit unterschiedlichen Längen eingesetzt. Da eine Betonkerntemperierung in die Decken integriert ist, durften wir nicht zu tief hineinbohren. Beispielsweise im Restaurantbereich befinden sich umfangreiche Be- und Entlüftungsanlagen in der 1,20 m starken Deckenkonstruktion. Hier mussten wir um den Lüftungskanal herum berbrückungen für die Unterkonstruktion montieren".
Playmobil FunPark Zirndorf
Playmobil FunPark Zirndorf
Bei der Verspachtelung war Qualitätsstufe 3 gefordert. Auch bei dieser Sonderverspachtelung muss man auf Streiflicht achten. Deshalb kamen in Abschnitten mit indirekter Beleuchtung Formteile aus LaDeko von Siniat zum Einsatz. Der vorgrundierte weiße Karton sorgt unmittelbar nach der Verarbeitung für eine homogene und hochwertige Oberfläche. Die werkseitige Grundierung beschleunigt den Bauablauf, da die Poren bereits geschlossen sind. Das erleichtert gerade an Ecken und Kanten die Arbeit, wo nach der Montage schwer dranzukommen ist.

Die Lindner AG hat sich für Gipskartonelemente entschieden, um bei diesem außergewöhnlichen Gebäude hohe Qualität zu gewährleisten. Architektin Ruxandra Twardowsky urteilt abschließend: „Formteile haben uns hier gewaltig unterstützt. Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, unsere Gestaltungsideen mit fließenden freien Formen umzusetzen und zu verwirklichen. Mit ihrer Hilfe sind die Dimensionen der Decken verschwunden - die ganz wichtig waren, um Technikinstallationen aufzunehmen und die Akustik zu verbessern. Der Spagat zwischen Form und Funktion ist gelungen".

Persönliche Beratung

Unsere Experten an der technischen Hotline unterstützen Sie gern bei Ihrem Trockenbau-Projekt!

Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

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