Besucherzentrum Meyer Werft Papenburg

Kultur

Kreuzfahrt Feeling

Das erweiterte Besucherzentrum versetzt die Gäste der Meyer Werft architektonisch in die Welt der Ozeanriesen. Doch Tausende von Besuchern erfordern vor allem eines: gute Raumakustik und verminderte Nachhallzeiten - verbunden mit angenehmen Raumklima. Das gelingt mit LaCoustic-Designdecken von Siniat, kombiniert mit einer Kühldecke.
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Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer

Gläserne Einblicke

Hauptschule Sundern altes Klassenzimmer
Kreuzfahrtschiffe faszinieren die Menschen immer mehr: 270.000 Besucher erwartet die Meyer Werft dieses Jahr, überwiegend in den Sommermonaten. Die stetig steigende Zahl veranlasste die Werft, ihr Besucherzentrum für rund drei Mio. Euro zu reorganisieren und um 1.000m² auf jetzt 2.300m² zu vergrößern. Seit dem Frühsommer 2007 gelangt man nun durch gläserne „Skywalks" in die Schiffbauwelt - ist mittendrin und doch unabhängig vom Werftbetrieb. Neues Wahrzeichen ist ein Turm aus Glas und Stahl. Der Eingangsbereich mit Lounge reflektiert den Charakter moderner Kreuzfahrtschiffe. Poppig gestaltete Deckenfelder in gelb, grün, blau und rot ermöglichen eine rasche Aufteilung der Gäste in Besuchergruppen. Zwei bequeme Kinos vermitteln spannende Einblicke. Darüber hinaus präsentiert eine interessante Ausstellung die Geschichte der Werft sowie Informationen zum Stahlbau und zur computergesteuerten Konstruktion. Dazu gibt es eine Musterkabine des Kreuzfahrtschiffes "Norwegian Star". Schlüsselerlebnis eines Besuches bleibt der Blick in die Hallen: Von zwei Besuchergalerien aus kann man im Bau befindliche Luxusliner bewundern.

Coole Akustik mit Kreuzfahrt-Flair

Hauptschule Sundern Flur
Hauptschule Sundern Flur
Architektonisch vermittelt das Besucherzentrum den Gästen die Atmosphäre eines Kreuzfahrtschiffs. Funktional galt es, die Räumlichkeiten voll zu klimatisieren und vor allem: eine gute Raumakustik zu gewährleisten - denn mehrere Besuchergruppen in einem Bereich und bis zu 2000 Besucher täglich verursachen starken Hall. Für einen angenehmen Aufenthalt ist es entscheidend, diesen nachhaltig zu absorbieren. Über den geschlossenen Parkettboden und die glatten Wände mit nicht zu öffnenden Fenstern ist dies nicht möglich. Von daher spielt die Deckengestaltung - im wahrsten Sinne des Wortes - eine überragende Rolle für Raumakustik und Innenarchitektur.

Die Absorption des Schalls, bzw. die Minimierung der Nachhallzeiten, erfolgt über fugenlose LaCoustic-Designdecken von Siniat. In die Deckenkonstruktion wurde eine Kühldecke integriert, um die klimatischen Bedingungen zu optimieren. Die gelochten Akustikdesignplatten sind mit Schnellbauschrauben an einer Unterkonstruktion aus CD-Profilen befestigt. Die Kühlregister liegen auf einer Beplankung zwischen der Unterkonstruktion. Durch den Kontakt zwischen Platten und Registern wird die Kälte durch die Platten geleitet. Dadurch senkt sich raumseitig die Oberflächentemperatur der Decke. Dieser Effekt verstärkt sich auf Grund der Wärmeströmung - in diesem Fall besser Kälteströmung - durch die perforierten Platten. Ein rückseitig auf die Lochplatten aufkaschiertes Akustikvlies dämpft die Geräusche, indem es Schallenergie aufnimmt. Der Lochflächenanteil ist mit 19,8 % relativ hoch. Als Faustregel gilt: je höher der Lochflächenanteil, desto höher die Schallabsorption.
Hauptschule Sundern Sanierung
Hauptschule Sundern Sanierung
Bei der Akustikplanung gilt es zu berücksichtigen, dass zuviel Absorption - oder absorbierende Flächen an den falschen Stellen - gegenteiligwirken: Die Sprachverständlichkeit ist in einem „überdämmten" Raum deutlich herabgesetzt. Beispielsweise größere Besuchergruppen können den Vortragenden dann nur noch in unmittelbarer Nähe verstehen. Durch fehlende Reflektion, also zu „gute" Schallaufnahme, wären entfernt stehende Besucher akustisch ausgeschlossen.

Das strenge Lochmuster in einer geraden 8/18 Quadratlochung, schafft einen interessanten Kontrast zu den dominierenden weichen Formen. „Kreuzfahrtschiffe zeichnen sich durch extrem dichte Gestaltung aus. Kein Teil ist zufällig an seinem Platz, alles ist durchgestylt", erklärt Architekt Christoph Wiemer. „Dies konnten wir an den Decken am besten aufgreifen. Hier haben wir viel mit vorgefertigten LaForm Formteilen von Siniat gearbeitet. Das ermöglicht intensive Gestaltung zu einem guten Preis-/ Leistungsverhältnis. In anderen Bereichen war das in diesem Umfang aus Kostengründen nicht machbar". Die facettenreiche Decke prägt eine Kombination aus geschlossenen Randflächen und gelochten Zonen in der Raummitte. Stufenweise Versprünge und farbliche Akzente variieren die Gestaltung. Lichtvouten setzen interessante Elemente wirkungsvoll in Szene und reflektieren den Charakter einer Schiffs-Lounge.
„Die Bauzeit war mit knapp drei Monaten für den Innenausbau (inklusive der Wandverkleidungen und Tischlerarbeiten) relativ kurz. Alles musste schnell gehen. Gleichzeitig war eine repräsentative Optik mit exakter und sauberer Linienführung gefordert" schildert Hans-Herrmann Schubert vom Trockenbauunternehmen Schlichter seine Sicht der Anforderungen. „Ohne vorgefertigte Formteile wäre das in dieser Kürze und Exaktheit nicht machbar gewesen". Die individuell konzipierten Elemente wurden per CNC im Siniat Werk Hartershofen gefertigt. Auch beim Verspachteln war besondere Sorgfalt gefragt, denn Streiflicht und indirekte Beleuchtung bedeuten erhöhte Anforderungen. Die Oberflächenqualität entspricht deshalb Q3.

Geht auch in Gips: Leinwand aus LaDeko...

Besucherzentrum Meyer Werft Papenburg
Besucherzentrum Meyer Werft Papenburg
Zwei Kinos - eins in blau, eins in rot gehalten, präsentieren Unternehmensgeschichte und Schiffsbautechnologie. Ihre Leinwände bestehen aus Gipskarton: Eine naheliegende Lösung, da Material und Trockenbauer bereits vor Ort waren. Zum Einsatz kam das LaDekosystem von Siniat. Zu diesem System gehören vorgrundierte Platten (LaDeko) aus einem extrem glatten, weißen Sichtseitenkarton sowie ein farblich abgestimmter, ebenfalls vorgrundierter Fugenfüller (Pallas Deko). Beides zusammen ermöglicht eine absolut homogene Oberfläche unmittelbar nach der Verarbeitung. Das Programm eignet sich besonders, um mit wenig Aufwand eine Oberfläche der Qualitätsstufe Q3 (Sonderverspachtelung) zu erreichen, wie sie hier gefordert war.
Besucherzentrum Meyer Werft Papenburg Toiletten

... und Schaukästen aus LaDeko

Besucherzentrum Meyer Werft Papenburg Toiletten
Bei den Schaukästen für die Schiffsmodelle garantiert eine Holzunterkonstruktion die notwendige Stabilität, da die Modelle teilweise enormes Gewicht haben. Die Fronten sind mit weißen LaDeko Platten verkleidet. „Der Karton ist absolut glatt. Dadurch lässt er sich mit normaler Wandfarbe matt überstreichen. Matt war ganz wichtig. Eine glänzende Oberfläche würde im intensiven Licht reflektieren. In erster Linie entsteht jedoch eine optische Einheit: In den Schaukästen setzt sich das strahlende Weiß der Decken fort", urteilt Architekt Christoph Wiemer. Innen sind die Vitrinen hellblau gestrichen. „Dadurch wirken die Schiffe wesentlich attraktiver, als vor dem bisherigen weißen Hintergrund". Bei den rollbaren Schautafeln ist ebenfalls eine Holzunterkonstruktion mit LaDeko verkleidet. Die matte Oberflächengestaltung ist auch hier ausschlaggebend für eine optimale Präsentation.

Kleine Tricks: Risse einfach aber wirkungsvoll vermeiden

Entsprechend der Dimension der Schiffbauhallen handelt es sich bei dem Besucherzentrum um ein langgestrecktes Gebäude. Die Gänge sind bis zu 150 m lang, unterbrochen durch Unterzüge bzw. Brandschutztore. Aus ästhetischen Gründen war eine fugenlose Gestaltung gefordert. Es galt also sicherzustellen, dass die Decken auf 150 m nicht reißen. „Die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter sind in diesem Gebäude äußerst gering. Deshalb haben wir uns eines alten Tricks bedient, den eigentlich jeder kennt - der aber oft in Vergessenheit gerät: Wir haben das Material frühzeitig vor Ort eingelagert", schildert Udo Struensee, Anwendungstechniker bei der Siniat GmbH. „So kann es sich akklimatisieren und in Bezug auf Feuchtigkeit und Temperatur die Raumbedingungen annehmen. Diese entsprachen während des Deckeneinbaus in etwa den Verhältnissen nach Fertigstellung. Notwendig wurde diese Maßnahme, weil Gips sich beispielsweise durch die Aufnahme von Feuchtigkeit oder bei Erwärmung ausdehnt. Bei Trocknung oder Abkühlung schrumpft das Material. Auf 150 Meter Flurlänge kommen da einige mm zusammen, die unweigerlich zu Spannungsrissen in den Decken oder Friesen führen. Bei rechtzeitiger Einlagerung bewegtsich dagegen nichts mehr. So lassen sich Risse wirkungsvoll vermeiden".

Persönliche Beratung

Unsere Experten an der technischen Hotline unterstützen Sie gern bei Ihrem Trockenbau-Projekt!

Tel.: +49 2102 / 49 33 66
E-Mail: anwendungstechnik@siniat.com

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