Brandschutzplatten spielen eine maßgebliche Rolle für die Feuersicherheit von Gebäuden in Trockenbauweise. Siniat bietet für fast alle baulichen Maßnahmen im Innenausbau sichere und wirtschaftliche Brandschutzkonstruktionen mit hochwertigen Brandschutzplatten an. Neben den bewährten Norm-Konstruktionen entwickeln wir kontinuierlich innovative Brandschutzlösungen, die in namhaften und akkreditierten Prüfinstituten auf ihre Funktionalität bezüglich des Feuerwiderstandesgeprüft werden. Siniat verfügt über ein umfassendes Brandschutz-Know-how und die erforderliche Expertise. Das kommt Ihnen zugute, wenn bauliche und brandschutztechnische Anforderungen mit den wirtschaftlichen Interessen aller Beteiligten zu verbinden sind. Überzeugen Sie sich selbst

Entstehung und Ablauf eines Brandes

Sowohl vor Brandbeginn als auch im weiteren Brandverlauf spielt das Brandverhalten der Baustoffe, Bauteile und der im Raum befindlichen Güter eine wesentliche Rolle. Aber was passiert überhaupt bei einem Zimmerbrand und welchen Bedingungen müssen Feuerschutzplatten standhalten?

Damit es zu einem Brand kommen kann, müssen brennbare Materialien und ausreichend Sauerstoff vorhanden sein. Außerdem spielt die Zündtemperatur der Materialien eine Rolle. Das ist die Temperatur, bei der ein Stoff von selbst beginnt zu brennen – ganz ohne unmittelbaren Kontakt mit einer Zündquelle wie Funken, Glut oder Flammen. Generell gilt: Je weniger brennbare Materialien vorhanden und je schwerer diese entflammbar sind, desto geringer ist das Risiko für einen Brand.

Der weitere Brandverlauf  kann je nach den stofflichen und geometrischen Voraussetzungen und dem Sauerstoffangebot sehr unterschiedlich sein. Je nach Art der brennbaren Materialien steigen Rauch und Gase auf und sammeln sich unter der Decke.

 

Sofern in dieser heißen Rauchgasschicht genügend Sauerstoff vorhanden ist und die Konzentration der brennbaren Rauchgase die untere Zündgrenze und somit den Explosionsbereich erreicht, kommt es zur Rauchgasdurchzündung (Flashover). Hierbei geraten alle im Raum befindlichen brennbaren Stoffe gleichzeitig in Brand, die Temperatur steigt sprunghaft an und es kommt zum Vollbrand.

In der Vollbrandphase steigen die Temperaturen allmählich bis zu einem Maximum, das auch vom Sauerstoffangebot abhängt und über den Werten der in DIN 4102-4 bzw. ISO 834 festgelegten Einheits-Temperaturzeitkurve (ETK) liegen kann. Die ETK stellt einen stark vereinfachten, international standardisierten Brandverlauf dar, auf dem die Bauteilprüfungen nach den Brandschutznormen DIN 4102-2, -3, -5, -6, -9 und -11, sowie DIN EN 1363 bis DIN EN 1366, basieren.

 

Temperatur-Zeit-Diagramm eines Brandverlaufes

Brandschutz mit Gipsplatten im Trockenbau

Gipskarton-Feuerschutzplatten von Siniat bestehen aus den gleichen Rohstoffen wie normale )Bauplatten (GKB). Der Gipskern enthält jedoch speziell abgestimmte Zuschläge aus Glasfasern und anderen mineralischen Stoffen, die ein Schrumpfen der Platte durch Wasserverlust teilweise ausgleichen. Dadurch wird der Gefügezusammenhalt insbesondere im Brandfall erheblich verbessert. Die Standsicherheit – und damit der Raumabschluss oder die tragende Funktion – sind länger gewährleistet. 

Gips enthält ca. 20 % gebundenes Kristallwasser, das im Brandfall sozusagen als „eingebautes Löschwasser“ und „Wärme-Isolator“ wirkt. Durch den entstehenden Wasserdampf liegt die Oberflächentemperatur zunächst bei ≤ 100°C.

Die Hohlräume im Gipskern funktionieren als Dämmstoff – die Oberflächentemperatur auf der brandabgewandten Seite steigt dadurch langsamer an.
Im Brandfall werden in einer 20 mm dicken Gipsplatte ca. 4 Liter Wasser/m² freigesetzt – der Brandfortschritt wird dadurch verzögert.

Siniat-Trockenbau-Feuerwiderstandsklassen-Brandschutz

Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen nach DIN 4102

Siniat-Trockenbau-Feuerwiderstandsklassen-Brandschutz

In den Landesbauordnungen und Vorschriften für Sonderbauten werden die Anforderungen an den Feuerwiderstand durch die Bezeichnungen „feuerhemmend“ (F30), „hochfeuerhemmend“ (F60) und „feuerbeständig“ (F90) oder „hochfeuerbeständig“ (F120 / F180) ausgedrückt. Die Bezeichnungen orientieren sich an der Zeitdauer, die ein Bauteil bei einem Brand seine Funktionen (Tragfähigkeit, Rauchdichtigkeit und Raumabschluss) bewahren muss: Eine mit F30 klassifizierte Decke muss einem Brand zum Beispiel 30 Minuten standhalten, eine F90-Wand 90 Minuten.
Nach den Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen können zur Erfüllung dieser Anforderungen Konstruktionen verwendet werden, die entweder nach DIN 4102 klassifiziert oder nach den entsprechenden europäischen Prüfnormen geprüft und klassifiziert wurden.

Für Konstruktionen, die nach DIN 4102 geprüft und klassifiziert sind, enthalten die Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen Zuordnungen zu bauaufsichtlichen Anforderungen. Neben den Bauteilen (Wände, Decken, Stützen) enthält die Normreihe DIN 4102 in den Teilen 3 ff Vorschriften für die Prüfung und Klassifizierung zahlreicher Sonderbauteile (z.B. für Brandwände).

Begriffsdefinitionen Feuerwiderstand

gemäß MVVTB

BAUAUFSICHTILICHE ANFORDERUNGEN
KLASSEN NACH DIN 4102-2
KURZBEZEICHNUNG NACH DIN 4102-2
feuerhemmend
Feuerwiderstandsklasse F 30  F 30-B (W 30*)

feuerhemmend und aus
nichtbrennbaren Baustoffen

Feuerwiderstandsklasse F 30 und
aus nicht brennbaren Baustoffen
 F 30-A (W 30*)
hochfeuerhemmend
Feuerwiderstandsklasse F 60 und in den wesentlichen
Teilen aus nicht brennbaren Baustoffen
 F 60-AB (W 60*)
Feuerwiderstandsklasse F 60 und
aus nichtbrennbaren Baustoffen
 F 60-A (W 60*)
feuerbeständig  Feuerwiderstandsklasse F 90 und in den wesentlichen
Teilen aus nicht brennbaren Baustoffe
 F 90-AB (W 90*)
feuerbeständig und aus
nichtbrennbaren Baustoffen
 Feuerwiderstandsklasse F 90 und
aus nichtbrennbaren Baustoffen
 F 90-A (W90*)

*Bei nichttragenden Außenwänden zulässig

ZUSATZ BAUSTOFFKLASSE
 A wenn das Bauteil in dem für die Klassifizierung maßgebenden Querschnitt aus nichtbrennbaren Baustoffen besteht, z.B. F90-A
 AB wenn das Bauteil in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Bauststofen besteht (als wesentlich gelten alle tragenden und aussteifenden Teile, bei raumabschließenden Bauteilen auch eine in Bauteilebene durchgehende Schicht) z.B. F90-AB
 B wenn das Bauteil über die Klassifizierung AB hinausgehend brennbare Baustoffe enthält. z.B. F30-B

Flamtex A1 - Noch mehr Vorteile im sicheren Brandschutz

  • Höchste Baustoffklassifizierung A1, nicht brennbar
  • Kennzeichnung GM-FH2 nach DIN EN 15283-1
  • Schlanke Konstruktionen mit Plattendicken von 12,5 mm bis 25 mm
  • Querfuge werkseitig vorgefast
  • Form- und Frästeile möglich
  • Optimale Kantenform HRAK für das Verspachteln mit Siniat Spachtelmassen
  • Glatte Vliesoberfläche für hautfreundliche Verarbeitung
  • Gewohnt einfache Erstellung von Oberflächengüten bis Q4

Flamtex A1

LaFlamm dB

Der wirtschaftliche Allrounder gegen Feuer erweitert um hervorragende Schallschutzeigenschaften. Feuer- und Schallschutz-Gipsplatte mit faserarmiertem Gipskern für Schallschutz- Brandschutzanwendungen in fast allen Segmenten und Feuerwiderstandsklassen bis F 180.

  • Geprüfte und genormte Brandschutzkonstruktionen bis F180
  • Sicherer, seit Jahren bewährter Brandschutz
  • Universell anwendbar im baulichen Brandschutz
  • Wirtschaftliche, geprüfte Konstruktionen 
  • Einbruchhemmend RC1 nach DIN EN 1627:2011-09
  • Auch als LaFlamm imprägniert (GKFi) für gering und mäßig beanspruchte Feuchträume lieferbar
  • Biegbar
  • Faltbar mit V-Fräsung

LaWall

Die faserarmierte Gipsplatte mit rückseitig aufkaschiertem Stahlblech kommt hauptsächlich bei der Errichtung von Brandwand-Konstruktionen zum Einsatz. Die werkseitige Stahlblechkaschierung der LaWall ermöglicht eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis bei der Montage.

  • Als F90-Wand und Brandwand zur Begrenzung von Brandabschnitten
  • Als Wohnungsabschlusswand

LaMassiv

Die kompakte GKF Feuerschutzplatte (Baustoffklasse A2) mit faserarmiertem Gipskern eignet sich für wirtschaftliche Brandschutzkonstruktionen bis F90 bei Wand-  und Deckenkonstruktionen und für selbständige Deckenkonstruktionen bis F120. Dank besonders großer Stabilität sind Wand- und Deckenkonstruktionen sogar bei hohen Brandschutzanforderungen einlagig ausführbar.

  • Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F180 für Wand-, Decken- und Dachbekleidungen
  • Selbständige F30 bis F90 Decken ohne Dämmstoff
  • Dachbekleidungen auch ohne Unterkonstruktion möglich
  • In kernimprägnierter Ausführung auch für feuchtigkeitsbeanspruchte Bereiche

Feuerfeste Siniat Wandsysteme

Spezialfall Brandwand

Brandwand

Eine Brandwand ist ein raumabschließendes vertikales Bauteil zum Abschluss oder zur Unterteilung von Gebäuden in Brandabschnitte. Die Brandwand muss so beschaffen sein, dass die Brandausbreitung auf andere Gebäude oder Brandabschnitte ausreichend lange verhindert wird.
Als ausreichend lange gilt der Widerstand gegen ein Brandgeschehen, wenn die Brandwand unter zusätzlicher mechanischer Belastung feuerbeständig ist und aus nicht brennbaren Baustoffen besteht . Die Brandwand muss also im Brandfall undurchlässig gegen Hitze und Rauch sein und diese Aufgabe auch dann erfüllen, wenn andere Bauteile auf sie stürzen.
Brandwände bilden auch im Trockenbau einen elementaren Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes von baulichen Anlagen. Die Beschaffenheit und Erfordernis von Brandwänden werden daher in Deutschland baurechtlich geregelt.

Funktion von Brandwänden

Brandwände erfüllen grundsätzlich zwei unterschiedliche Funktionen. Zum einen sollen sie Feuer und Hitze von direkt aneinander stehenden Gebäuden abwehren, zum anderen wollen sie die Nutzer eines Gebäudes schützen. Im Inneren eines Gebäudes dienen Brandwände dazu, Brandabschnitte zu bilden.

Um eine Brandwand im Trockenbau korrekt umzusetzen, ist die Wahl der geeigneten Baustoffe entscheidend, zum Beispiel können spezielle Feuerschutzplatten Verwendung finden. Speziell für innere Brandwände bietet Siniat leichte Trennwände im Trockenbau mit Brandwandeigenschaften an. Die Siniat-Brandwände SW 18 bestehen aus einem Metallständerwerk mit beidseitiger mehrlagiger Beplankung aus Siniat-Feuerschutzplatten des Typs LaPlura oder LaFlamm. Um erhöhte mechanische Belastungen von 3000 Nm aufzunehmen zu können, ist je Wandseite zwischen den Brandschutzplattenlagen das Einbringen einer 0,5 mm dicken Stahlblecheinlage erforderlich. Alternativ hierzu kann die Brandwand mit zwei Lagen LaWall beplankt werden. Diese speziell für Bandwände entwickelte Brandschutzplatte ist 15 mm dick und hat bereits ein aufkaschiertes Stahlblech. So hilft Ihnen die LaWall, Zeit und Kosten bei der Umsetzung einer Brandwand im Trockenbau-Verfahren zu sparen.

Detaillierte Informationen zu Brandwand-Konstruktionen finden Sie in der Siniat Brandschutzbroschüre.

Holzständerwände

Nichttragende, klassifizierte Holzständerwände

Als Verwendbarkeitsnachweis für nichttragende, klassifizierte Holzständerwände steht die DIN 4102-4, Tab. 10.3 zur Verfügung. Die Anforderungen an die Standsicherheit und Ausführung von Holzständerwänden sind in der DIN 4103-4 festgelegt und werden durch die DIN 18 181 ergänzt. Die in DIN 4103-4 aufgeführten maximalen Wandhöhen sind auch für klassifizierte Bauteile nach DIN 4102-4 anzuwenden. Eine Überschreitung der Wandhöhen bedarf eines statischen Nachweises und einer brandschutztechnischen Beurteilung durch ein akkreditiertes Prüfinstitut.

Tragende Holzständerwände

Die Beplankung von tragenden Holzständerwänden erfolgt in der Regel beidseitig mit Gipsplatten (ggf. mit Holzwerkstoffplatten). Seit 2002 dürfen laut MBO Gebäude mit bis zu fünf Geschossen in Holzbauweise errichtet werden. Die Umsetzung der Anforderungen an diese Gebäude wird in einer Muster-Holzbaurichtlinie (M-HFHHolzR) geregelt.

Danach sind in der Gebäudeklasse 4 Holzkonstruktionen mindestens hochfeuerhemmend auszuführen und mit einer allseitigen Brandschutzbekleidung zu versehen und es dürfen ausschließlich Dämmstoffe mit einem Schmelzpunkt ≥ 1.000°C verwendet werden. Eine Brandschutzbekleidung muss eine Entzündung der tragenden und ausführenden Bauteile aus Holz oder Holzwerkstoffen während eines Zeitraumes von mindestens 60 Minuten verhindern und als K260 nach DIN EN 13501-2 klassifiziert sein (Kapselkriterium).

Der brandschutztechnische Nachweis erfolgt einmal über entsprechende Brandprüfungen und die Klassifizierung REI 60 oder EI 60 nach DIN EN 13501-2 und über den Nachweis des Kapselkriteriums K260 und DIN EN 13501-2. Die Nachweisführung kann über ein ABP oder die Berechnung nach Eurocode erfolgen.

Metallständerwand

Metallständerwände

Siniat Metallständerwände sind Bauarten, mit geregelten brandschutztechnischen Verwendbarkeiten. Sie bedürfen als Verwendbarkeitsnachweis keiner allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ). Die Brandschutzeigenschaften (z.B. F90 Wand) sind nach DIN 4102-4, Tab. 10.2 oder, bei davon abweichenden Konstruktionen, durch allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse (abP) nachgewiesen.

Doppelständerwände

Doppelständerwände SW13 und Installationswände SW14 können nach DIN 4102-4, Tab. 10.2 bei Feuerwiderstadklassen F30-A bis F180-A eingesetzt werden und nach DIN 18183 bis zu 6,50 hoch sein. Siniat Rundwände und Brandwände SW17-18 sind nicht geregelte Bauarten und weisen ihre brandschutztechnischen Eigenschaften durch allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse (abP) nach.

Feuerfeste Siniat Deckensysteme

Holzbalkendecken und Decken in Holztafelbauart

Beanspruchung von unten

Holzbalkendecken und Decken in Holztafelbauart müssen eine geschlossene obere Abdeckung mit einer Rohdichte von ≥ 600 kg/m3 besitzen, z. B.:

  • Sperrholzplatten nach DIN EN 636
  • Spanplatten nach DIN EN 312
  • gespundete Bretter aus Nadelholz nach DIN 4072
Bei Brandbeanspruchung von unten wird der Brandschutz durch die Unterdecke oder Deckenbekleidung in Verbindung mit der Holzbalkendecke einschließlich oberseitiger Abdeckung erreicht.

Beanspruchung von oben

Bei Brandbeanspruchung von oben ist ein brandschutztechnisch wirksamer Fußbodenaufbau notwendig. Dieser kann im Trockenbau ausgeführt werden, z. B. als Trocken-Unterboden mit LaPlura. Die brandschutztechnische Klassifizierung von Holzbalkendecken setzt voraus, dass flankierende Bauteile mindestens die gleiche Feuerwiderstandsdauer aufweisen wie die klassifizierte Deckenkonstruktion.
Die Klassifizierung gilt bei allen Siniat Deckensystemen SD51-57, abgesehen vom Eigengewicht, nur für unbelastete Unterdecken und Deckenbekleidungen.

Rohdecken

Rohdecken

Rohdecken sind tragende Konstruktionen z. B. Betondecken, Holzbalkendecken oder Stahlkonstruktionen. Bei Brandschutzanforderungen aus dem Zwischendeckenbereich funktioniert die Konstruktion nur dann, wenn die tragende Rohdecke mindestens der gleichen Feuerwiderstandsdauer angehört, wie die klassifizierte selbständige Decke. Gegebenenfalls muss die Rohdecke entsprechend brandschutztechnisch ertüchtigt werden – beispielsweise mit entsprechenden Brandschutzplatten. Installationen im Zwischendeckenbereich sind nach den Vorgaben der Leitungsanlagen-Richtlinie (LAR) zu befestigen.

Selbständige Unterdecken und Deckenbekleidungen

Die Montagedecken

Selbständige Unterdecken und Deckenbekleidungen sind Montagedecken, die eigenständig den brandschutztechnischen Abschluss eines Raumes bilden. Bei Brandbeanspruchung von unten bleibt die Feuerwiderstandsdauer der Rohdecke dabei unberücksichtigt.

Einsatzbereich

Selbständige Unterdecken und Deckenbekleidungen kommen also dort zum Einsatz, wo die darüber liegende tragende Decken- bzw. Dachkonstruktion brandschutztechnisch nicht berücksichtigt werden kann. Tragwerke oberhalb der Unterdecken werden dadurch geschützt.

Siniat Unterdecken und Deckenbekleidungen

Siniat Unterdecken und Deckenbekleidungen erreichen alleine oder in Verbindung mit verschiedenen Rohdecken Feuerwiderstandsklassen bis zu F120. Mit Siniat Deckensystemen können Brandschutzanforderungen (z.B. F90 Decke oder F30 Decke) auf vielfältige Weise realisiert werden, ob für die Deckenunterseite oder für den Zwischendeckenbereich.

Brandschutz-Vorschriften im Trockenbau

Brandsicherheit nach § 14 MBO  Unter dem Begriff „Brandsicherheit“ versteht man die Summe der Maßnahmen, die gewährleisten, dass die vier Schutzziele nach § 14 MBO erreicht werden:
  1. Vorbeugung der Entstehung eines Brandes
  2. Vorbeugung der Ausbreitung von Feuer und Rauch
  3. Ermöglichung der Rettung von Menschen und Tieren
  4. Ermöglichung wirksamer Löscharbeiten

Bei Verringerung der Qualität einer Brandschutzmaßnahme müssen Ersatzvornahmen geplant werden, damit die Sicherheit und der Brandschutz im Trockenbau in gleichem Maße gewährleistet wird. Ziele des baulichen Brandschutzes

  • Abschottungsprinzip: Feuer, Wärme und Rauch sind örtlich zu begrenzen, um wirksame Löschmaßnahmen zu ermöglichen.
  • Statik: Die Standfestigkeit und Tragfähigkeit von Gebäuden oder Bauteilen ist zu erhalten und Rettungswege / Fluchtwege sind besonders zu schützen, um die Selbstrettung der Personen zu ermöglichen.

Ziele des abwehrenden Brandschutzes
  • Rettung von Mensch und Tier durch die Feuerwehr
  • wirksame Löscharbeiten und Rauchfreihaltung durch die Feuerwehr
  • Verringerung von Begleit- und Folgeschäden
 
Brandschutzkonzept
Das Brandschutzkonzept muss auf den Einzelfall abgestimmt sein. Es dient z. B. als Grundlage für die bauaufsichtliche Beurteilung, Genehmigung und Zustimmung, die Fachplanung, Bauausführung und Koordination der Gewerke sowie für die Abnahme.

 Struktur-Bauordnungsrecht-Siniat

Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVVTB)

Die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen ist eine bauordnungsrechtlich relevante Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Darin sind die durch die obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder bauaufsichtlich eingeführten geregelten und nicht geregelten Bauprodukte und Bauarten, sowie die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten aufgelistet. Die MVVTB wird zweimal pro Jahr in aktualisierter Form in den Mitteilungen des DIBt veröffentlicht.

Muster-Bauordnung (MBO) Fassung 2002

Die Fachkommission Bauaufsicht in der ARGEBAU (Arbeitsgemeinschaft der für das Bauwesen zuständigen Minister) und / oder die Bauministerkonferenz erarbeiten Musterentwürfe für die Landesbauordnungen sowie für Landesverordnungen und Richtlinien. Die MBO unterscheidet Gebäude im Bereich von Standard-Nutzungen nach Gebäudeklassen. Bei der Festlegung der Gebäudeklassen werden die Gebäudehöhen mit der Größe der Nutzungseinheiten kombiniert, um die brandschutztechnischen Risiken mit baulichen Maßnahmen möglichst gering zu halten. Als Gebäudehöhe gilt das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses mit einem Aufenthaltraum über der mittleren Geländeoberfläche.

Siniat-Trockenbau-Brandschutzkonzept

Siniat-Trockenbau-Gebaeudeklassen

Landesbauordnungen (LBO) Die heutigen gültigen Landesbauordnungen haben den Status von Landesgesetzen und basieren weitgehend auf der MBO. Die LBOs gelten für bauliche Anlagen und Bauprodukte sowie für Grundstücke.
Liste der Eingeführten Technischen Baubestimmungen (MVVTB) Die Einführung der Technischen Baubestimmungen erfolgt in den 16 Bundesländern auf der Grundlage der MBO durch öffentliche Bekanntmachung. Technische Baubestimmungen sind allgemein verbindlich, da sie gemäß den LBOs beachtet werden müssen.

 

Bauprodukte und Bauarten

Die Musterbauordnung und die MVVTB unterscheiden zwischen geregelten und nicht geregelten Bauprodukte, Bausätzen und Bauarten, sowie solchen, die aufgrund der Musterbauordnung (MBO) eine untergeordnete Bedeutung haben. Rechtlich sind die Begriffe für Bauprodukte und Bauarten in § 2 Abs. 9 und 10 MBO wiedergegeben.

 Bauprodukte
Bauprodukte sind Baustoffe, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden um dauerhaft in bauliche Anlagen eingebaut zu werden." (§2, Abs. 9, MBO)
In der MVVTB ist der größte Teil der im bauaufsichtlichen Verfahren eingesetzten Bauprodukte geregelt. Hier wird neben dem Bauprodukt die zugehörige technische Regel, der Übereinstimmungsnachweis (also der Nachweis der Übereinstimmung des fertigen Bauproduktes mit den technischen Regeln) und der Verwendbarkeitsnachweis bei wesentlichen Abweichungen von technischen Regeln festgelegt.

 Geregelte Bauprodukte
Existieren Produktnormen, die über die MVVTB in das bauaufsichtliche Verfahren eingeführt wurden, gelten Bauprodukte als „geregelt“. Der Verwendbarkeitsnachweis ist jeweils die nationale bzw. europäische Produktnorm. Der Übereinstimmungsnachweis wird auf Basis der jeweiligen Produktnorm geführt (CE-Zeichen  ). Eine Übereinstimmungserklärung durch den ausführenden Handwerker vor Ort  ist nicht erforderlich.

 Nicht geregelte Bauprodukte
Weichen Bauprodukte von den geregelten Bauprodukten nach MVVTB wesentlich ab oder gibt es weder Technische Baubestimmungen noch allgemein anerkannte Regeln der Technik (a.a.R.d.T. z. B. Produktnormen), gelten die Bauprodukte als „nicht geregelt“ und fallen somit unter die Bestimmungen der MVVTB. Als Verwendbarkeitsnachweis müssen in Abhängigkeit von den Vorgaben der MVVTB eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) auf Basis der MVVTB oder eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) erbracht werden. Zusätzlich ist eine Übereinstimmungserklärung durch den Ausführenden oder ein Übereinstimmungszertifikat erforderlich.
Bauarten
Bauart ist das Zusammenfügen von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen." (§2, Abs. 10, MBO)
Bauarten sind also Bauteile, die vor Ort auf der Grundlage von technischen Regeln oder Prüfverfahren zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen zusammengefügt werden, z. B. Gipskartonwände nach DIN 18183 oder Trennwände nach DIN 4102-2. Bauarten sind in der MVVTB national geregelt. Weichen sie von nationalen technischen Baubestimmungen (z. B. DIN 4102-4) ab oder gibt es keine allgemein anerkannte Regel der Technik, werden sie, analog zu den nichtgeregelten Bauprodukten, über abZ, abP oder ZiE geregelt.

 

Siniat-Trockenbau-Bauaufsichtliche-Anforderungen

Brandverhalten von Baustoffen

Siniat-Trockenbau-Bauaufsichtliche-Anforderungen

Ähnlich wie beim Feuerwiderstand drücken die Landesbauordnungen auch die Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen durch Bezeichnungen wie „nichtbrennbar", „schwerentflammbar", etc. aus. Die Bauregelliste übernimmt wiederum die Aufgabe, diesen Bezeichnungen und Anforderungen Klassifizierungen nach DIN 4102-1 bzw. nach der europäischen Klassifizierungsnorm DIN EN 13501-1 gegenüberzustellen. Eine Zuordnung der Brandverhaltensklassifizierungen von Baustoffen zu bauaufsichtlichen Begriffen wird in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Besonders wichtig für wirksamen Brandschutz auch im Trockenbau sind die Kategorien A1 und A2, die für Brandwände gelten.

Bauaufsichtliche Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen zu den Klassen nach DIN EN 13501-1 und nach DIN 4102 (aus MVVTB Ausgabe 2017/1, Anlage 4)

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